Artikel | 01/31/2024 13:20:20 | 5 min Lesezeit

Design frisch aus dem Ofen

Vesa Brandt

Redakteur, Tulus

Das einfach verformbare UPM Grada® verbindet natürliche Textur mit Eleganz und ist eine Quelle der Inspiration für die japanisch-finnische Designerin Yuka Takahashi.

"Das ist der neueste Stuhl, den ich mit UPM Grada entworfen habe", erklärt Yuka Takahashi und präsentiert den Paris-II. "Die erste Version des U&A-Stuhls war letztes Jahr auf der Ecodesign-Ausstellung der Messe Habitare zu sehen und ich bin stolz auf das neue Modell, das ich 2023 designt habe."  

Die japanisch-finnische Designerin weist auf die minimalistische und dennoch elegante Form des Stuhls hin. "Mein Ansatz mit UPM Grada war "weniger ist mehr". Besonders wichtig waren mir eine anmutige Form und Stapelbarkeit", erklärt sie und führt vor, wie sich der leichte, aber trotzdem stabile Stuhl hochheben und stapeln lässt. "Stabilität und Tragbarkeit waren die wichtigsten Prioritäten bei der Gestaltung. Mit UPM Grada konnte ich einen luftigen, filigranen Rahmen entwerfen, ohne dabei auf Robustheit verzichten zu müssen."

Ermutigung zu selbstständigem Denken 

Yuka Takahashi kam 2002 aus dem japanischen Kobe nach Finnland, um an der University of Art and Design (der jetzigen Aalto-Universität) einen Masterstudiengang in Industriedesign zu absolvieren. Nach Abschluss ihres Bachelor-Studiums war sie einige Jahre lang als Designerin bei einem japanischen Werkzeughersteller tätig. Getragen von dem Wunsch, neue Kulturen kennenzulernen und ihrer Liebe zu Europa, entschied sie sich für ein Studium im Ausland. Ihr Professor in Japan empfahl ihr, in ein nordisches Land zu gehen. 

Zu Beginn ihres Studiums in Finnland kannte Takahashi sich noch nicht mit finnischem Design aus, wusste aber bereits, dass Finnland einen erstklassigen Ruf für seine Designausbildung genoss. "Ich kannte einige große Namen wie Alvar Aalto, Arabia und Iittala."

Das Studium an einer finnischen Universität erweiterte ihren Horizont. Der finnische Lehrstil legt besonderen Wert auf selbstständiges Denken und auf die Eigenverantwortung der Studierenden für ihre Entwicklung als Designer. Dies stand im krassen Gegensatz zum starreren japanischen Universitätssystem. 

Nach ihrem Masterabschluss im Jahr 2006 setzte Takahashi die Zusammenarbeit mit dem Architekten/Designer Pekka Harni fort, den sie bereits kurz nach ihrer Ankunft in Finnland kennengelernt hatte. Gemeinsam gründeten sie "Harni-Takahashi Design & Architecture", dessen Fokus vor allem auf industriellen und architektonischen Designprojekten mit nachhaltigen und einzigartigen Lösungen liegt. 

"Unser Stil ist nicht, jedem Trend hinterherzujagen, sondern wir zielen auf zeitloses, dauerhaftes Design ab", so Takahashi. 

 

Yuka Takahashi

Qualität und Verantwortung gehören zusammen

Takahashis Sichtweise auf Nachhaltigkeit konzentriert sich auf die Konstruktion robuster Produkte unter Verwendung hochwertiger Materialien. Für sie ist erstklassige Handwerkskunst gleichbedeutend mit verantwortungsvollem Design. "Wenn etwas mit Bedacht gestaltet und aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt wird, hält es trotz des geringeren Rohstoffaufwands Jahrzehnte lang. Darüber hinaus verursachen leichtere Produkte auch weniger Logistikemissionen", führt sie aus. 

Vor diesem Hintergrund und angesichts der positiven Eindrücke, die sie in Designerkreisen über UPM Grada gesammelt hatte, war Takahashi begeistert, als UPM ihr anbot, das Material zu testen. Das gesamte für die Produkte von UPM Plywood verwendete Holz stammt aus verantwortungsbewusster Beschaffung. UPM Grada wird aus Birkenfurnieren und formaldehydfreien Klebstoffen hergestellt. So wird eine unbedenkliche  Anwendung gewährleistet. Die Konstruktion aus kreuzweise miteinander verleimten Lagen sorgt für Festigkeit und Stabilität. 

"Ich hatte schon viel Gutes über UPM Grada gehört und war begeistert, damit bei meiner eigenen Arbeit experimentieren zu können."

Während der Prototyping-Phase für den Paris-II-Stuhl zeigte sich, wie einfach UPM Grada zu verarbeiten ist. Die Plätze für die Nutzung des Industrieofens an der Universität müssen weit im Voraus gebucht werden. Aber da UPM Grada bei Temperaturen von nur ca. 95 °C bis 110 °C verformt werden kann, hatte Takahashi für dieses Problem eine überraschend einfache Lösung.  

"Ich war erstaunt, wie leicht sich UPM Grada bei nur geringer Hitze verformen ließ. Deshalb habe ich den Prototyp einfach mit dem Ofen in meiner Küche hergestellt", sagt Takahashi.

 
 

Neue Designmöglichkeiten entdecken

Nachdem sie mit Stühlen experimentiert hat, sieht Takahashi in UPM Grada viel Potenzial über das Möbeldesign hinaus. Sie ist begeistert von der natürlichen Textur und der Formbarkeit des Materials und weiß zu schätzen, dass es sich für elegante, minimalistische Formen eignet.  

"UPM Grada ist für mich ein sehr vielversprechendes und inspirierendes Material", sagt Takahashi und verrät, dass sie derzeit auch sein Potenzial als Baumaterial untersucht. "Ich freue mich darauf, weitere Einsatzmöglichkeiten zu entdecken – sowohl im Produktdesign als auch in der Architektur."

 
 
 
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